Wer 1998 eine Domain registrierte, akzeptierte: Name, Adresse, Telefon und E-Mail werden öffentlich. So war's gedacht — als Konflikt-Klärungs-Mechanismus zwischen Sysadmins. 28 Jahre später ist WHOIS immer noch öffentlich, aber die Welt hat sich geändert.
Was steht eigentlich im WHOIS?
Pro registrierter Domain wurden traditionell folgende Daten gespeichert und über das WHOIS-Protokoll abrufbar gemacht:
- Inhaber (Name, Firma)
- Adresse (Straße, PLZ, Ort, Land)
- Telefon & E-Mail
- Technischer Kontakt
- Registrar, Registrierungsdatum, Ablaufdatum
- Nameserver
Eingabe von whois meine-domain.com in einem Terminal — und alles ist da. Für jeden. Kostenlos. Kein Login.
Wer liest WHOIS-Daten?
Die ursprüngliche Idee waren ICANN-Konflikte und Anwälte bei Markenrechtsstreitigkeiten. Die Realität 2026:
- Spam-Bots kämmen WHOIS-Daten täglich neu durch und verkaufen die Listen weiter.
- Phishing-Kampagnen nutzen die echte E-Mail aus WHOIS, um „Renewal-Erinnerungen" mit gefälschten Logos zu schicken — die Klick-Rate ist erschreckend hoch.
- Identitätsdiebstahl: Name + Adresse + Geburtsdatum (oft erratbar) reichen für Bonitäts-Anfragen.
- Stalker und Drohungen: Wer eine kontroverse Website betreibt, gibt mit WHOIS seine Privatadresse preis.
Was hat sich seit GDPR geändert?
Mit der DSGVO (2018) kamen die ersten Lockerungen: Für EU-Bürger sind viele Felder seither maskiert. Aber: nicht alle Registries spielen mit, und außerhalb der EU ist die Situation chaotisch. Außerdem ist „maskiert" oft nur „beim Default" — wer aktiv anfragt, bekommt die Daten häufig trotzdem.
Plus: Viele Registrare sahen die DSGVO als Chance, „Privacy-Schutz" als kostenpflichtiges Add-On zu verkaufen. 8–15 € pro Jahr und Domain ist Standard. Bei zehn Domains sind das schnell 150 €/Jahr — für etwas, das eigentlich Default sein sollte.
Was Privacy konkret macht
Bei aktivierter Privacy ersetzt der Registrar deine echten Daten in der WHOIS-Antwort durch eigene Proxy-Daten:
Inhaber: "WHOIS Privacy Service, notch.you"
Adresse: Berlin, Deutschland
E-Mail: redacted@notch-you.deAnfragen an die Proxy-Mail werden — wenn rechtlich nötig — an dich weitergeleitet. Der Registrar ist der Postbote, deine echten Daten bleiben in seinem Tresor.
Warum bei uns kostenlos
Privacy kostet uns als Registrar exakt nichts — die Proxy-Mail-Weiterleitung läuft automatisch, die Daten-Maskierung passiert per API beim Registry. Es als „Add-On" zu verkaufen wäre Wegelagerei. Bei jeder Domain, die du bei uns registrierst oder transferierst, ist Privacy automatisch an.
Wenn die TLD aus rechtlichen Gründen keine Privacy erlaubt (manche Länderdomains wie .us verbieten sie), sagen wir dir das vor dem Kauf.