Bei über 1500 verfügbaren Endungen wirkt die TLD-Wahl überfordernd. In Wahrheit reichen fünf Fragen, um die richtige Endung zu finden — und sechs, sieben Endungen sind in 99 % der Fälle die einzige sinnvolle Auswahl.
Die fünf Fragen, die du dir stellen solltest
- Wer ist deine Zielgruppe? Lokal oder international?
- In welcher Branche bist du? Tech, E-Commerce, Beratung, Kreativ?
- Wie wichtig ist Vertrauen? B2B-Enterprise oder Indie-Projekt?
- Wie lange willst du diese Domain halten? 1 Jahr Experiment oder 10 Jahre Marke?
- Was ist überhaupt frei? Realität schlägt Wunschdenken.
Die wichtigsten Endungen — und wann sie sinnvoll sind
.com — der Default
Wenn deine Marke international funktionieren soll, ist .com immer noch erste Wahl. Höchste Wiedererkennung, höchste Vertrauenswerte in fast jeder Studie. Wenn der gewünschte .com-Name verfügbar ist und die Marke tragen soll, nimm ihn.
.de — der DACH-Standard
Du verkaufst primär in Deutschland, Österreich oder der Schweiz? .de signalisiert lokale Präsenz, ist SEO-stark im deutschen Google und wirkt für deutsche Nutzer vertrauter als .com. Plus: Renewal-Preise sind günstig.
.io — Tech & Startups
De-facto-Standard in der Tech-Szene seit ~2014. .io sagt: „Wir bauen Software." Gut für SaaS, Developer-Tools, technische Marken. Nachteil: Der Preis (35 €/Jahr) und die Tatsache, dass es eigentlich die Endung des britischen Indischen Ozean-Territoriums ist — politisch nicht ganz unbelastet.
.ai — KI & ML
Wenn dein Produkt mit künstlicher Intelligenz zu tun hat, ist .ai ein klares Statement. Hoher Preis (89 €/Jahr), aber starkes Branding-Signal. Achtung: nur sinnvoll, wenn AI wirklich Kern deines Produkts ist — sonst wirkt's aufgesetzt.
.app, .dev — App-Macher und Entwickler
Beide von Google betrieben, beide HTTPS-pflichtig (HSTS-Preload-Liste). .app für Mobile/Web-Apps, .dev für Developer-Tools, Open-Source-Projekte oder persönliche Tech-Profile.
.shop — E-Commerce
Klare Botschaft: hier wird verkauft. Gut, wenn der Shop dein Hauptprodukt ist — weniger gut, wenn du eine breitere Marke aufbaust und der Shop nur ein Teil davon ist.
.me, .studio, .you — persönliche Marken
Für Solo-Brands, Coaches, Berater, Künstler, Freelancer. .studio wirkt professionell-kreativ, .me persönlich-zugänglich, .you direkt und modern.
Die Zwei-Endungen-Strategie
Realistischster Move: Zwei Endungen registrieren — eine für deine Hauptmarke (idealerweise .com oder .de) und eine als thematische Variante (.io, .app, .studio …) für Kampagnen, Sub-Projekte oder Brand-Verstärkung.
marke.com wirklich nutzt — registriere marke.de defensiv mit. 5,99 €/Jahr ist günstiger als der Stress, wenn jemand anders den Namen für dein Heimatmarkt nimmt.Was du nicht machen solltest
- Keine .biz, .info als Hauptdomain. Wirken seit 2005 spammy, kein Vertrauensbonus.
- Keine 60-Zeichen-Domains. Wenn die URL nicht in einen Tweet passt, ist sie zu lang.
- Keine Bindestriche, wenn vermeidbar.
mein-shop.deist immer schwächer alsmeinshop.de. - Keine Trends-Endungen für Langfrist-Brands.
.cryptooder.zonemögen heute hipp wirken — in fünf Jahren peinlich.
Tipp ein Wunschwort oben in unsere Suche und schau, welche unserer 25 Endungen frei sind. Echtzeit-Check via RDAP und DNS, kein Gedöns.