Der Albtraum-Fall: Domain transferiert, drei Stunden später merkt der Chef, dass keine Mails mehr ankommen. Mit dieser Checkliste passiert dir das nicht.
Was bei einem Transfer wirklich passiert
Beim Transfer wechselt nur der Registrar — der Verwalter deiner Domain bei der Registry. DNS-Records, Mail, Website laufen weiter, solange die Nameserver gleich bleiben oder sauber migriert werden. Genau hier passieren die meisten Fehler.
Die Checkliste — eine Woche vor dem Transfer
- DNS-Records dokumentieren. Screenshot oder Export aller A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS-Records vom alten Anbieter. Auch „komische" Records, die du vielleicht vergessen hast (z.B. SPF, DKIM, DMARC).
- TTLs reduzieren. Setze die TTL aller wichtigen Records (vor allem MX und A für die Root-Domain) auf
300Sekunden. Diese Änderung muss vor dem Transfer durch sein, sonst hast du nach dem Switch evtl. 24h Cache mit alten Werten. - WHOIS-Daten prüfen. E-Mail-Adresse im WHOIS muss aktuell sein — der Transfer-Genehmigungs-Link geht dort hin. Falls Privacy aktiv: kurz deaktivieren oder die Forward-Regel checken.
- Auth-Code (EPP) anfordern. Beim alten Registrar in den Domain-Settings; kommt meist sofort per Mail. Wenn der Anbieter sich quer stellt: ICANN-Beschwerde via
icann.org/compliance. - Transfer-Sperre aufheben. Im alten Account suchen nach „Transfer Lock", „Registrar Lock" oder „Status: clientTransferProhibited" und auf aus stellen.
Am Transfer-Tag
- Beim neuen Registrar starten. Domain + EPP-Code eingeben, bezahlen.
- Bestätigungs-Mail ankommen lassen. Du bekommst eine E-Mail mit einem Approve-Link. Klick drauf, sonst dauert der Transfer Tage länger (Standard-Wartezeit ist 5 Tage).
- DNS-Records am neuen Anbieter anlegen — vor dem Switch. Wichtig: Alle Records, die du dokumentiert hast, beim neuen Registrar 1:1 anlegen bevor die Nameserver wechseln. Bei notch.you importieren wir das automatisch — bei anderen Anbietern oft manuell.
- Nameserver wechseln. Erst jetzt die NS-Records auf die neuen Server zeigen lassen. Wegen der niedrigen TTL sind alle Resolver innerhalb von 5 Minuten auf dem neuen Stand.
Das MX-Problem (das sich am stärksten anfühlt)
Der häufigste Grund für „Mail-Ausfall" beim Transfer: Die MX-Records am neuen Anbieter sind falsch oder fehlen. Resultat: Externe Mail-Server bekommen keine Antwort beim DNS-Lookup, queue-en die Mail und bouncen sie nach ~3 Tagen.
dig MX deine-domain.de @1.1.1.1 prüfen, ob die neuen MX-Records antworten — bevor du den Nameserver-Wechsel auslöst. Zwei Minuten Aufwand, spart dir den Kollegen-Anruf.Was kann schiefgehen — und was du dann tust
- EPP-Code wird vom alten Registrar nicht herausgegeben. Eskalation an die Compliance-Abteilung. Wenn das nicht hilft: ICANN.
- Transfer-Mail wurde übersehen. Beim neuen Registrar nochmal anstoßen, neue Mail kommt.
- Mail bouncet trotzdem. SPF/DKIM/DMARC am neuen Anbieter prüfen. SPF muss den neuen Mail-Provider includen.
- SSL-Zertifikat passt nicht mehr. Wenn du Auto-SSL via Let's Encrypt hattest, muss der neue Hoster das neu ausstellen — dauert ein paar Minuten nach DNS-Switch.
Bei notch.you
Wir importieren beim Transfer automatisch alle bestehenden DNS-Records vom alten Registrar, schalten WHOIS Privacy direkt ein, verlängern die Domain um ein Jahr und schicken dir eine Status-Mail bei jedem Schritt. Wenn du den EPP-Code hast: Transfer dauert insgesamt einen halben Tag, am Ende ist alles auf grün und kein Mail-Server hat eine Sekunde gemerkt, dass gewechselt wurde.